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Rückverformung des Dachwerks am 7. Februar 2011 begonnen

Zur Vorbereitung der Instandsetzung des Karussells wurden umfangreiche Voruntersuchungen durchgeführt, mit denen die Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen das Architekturbüro Studio Baukultur, Darmstadt, betraute, tatkräftig unterstützt durch den 1998 gegründeten Förderverein Historisches Karussell. Zum Schutz der Konstruktion vor der Witterung wurde das Karussell im Sommer 2007 mit einer Einhausung überbaut, die gleichzeitig Baugerüst ist. Pferde und Kutschen werden zurzeit in einer odenwälder Werkstatt restauriert.

Die Tragwerksplanung liegt in den Händen des Ingenieurbüros Mittnacht Beratende Ingenieure, Würzburg. Das hölzerne Dachtragwerk soll mitsamt seinen zahlreichen späteren Reparaturen soweit wie möglich unverändert erhalten bleiben, es wird aber keine Lasten mehr tragen. Eine neue Konstruktion aus gebogenen Stahlprofilen soll ergänzend zwischen die Hölzer des Dachtragwerkes eingepasst werden; sie wird später von außen nicht sichtbar sein. Ihre Verbindungen werden verschraubt, da im hölzernen Bauwerk wegen der Brandgefahr nicht geschweißt werden darf. Das Gebälk über den äußeren zwölf Säulen wird durch einen Ringbalken aus vorgeformten Leimbindern ersetzt, der die Last des Dachwerks auf diese Säulen verteilt. Das historische Dachwerk und der abgehängte Innenboden werden anschließend mit Zugstäben an die Stahlkonstruktion angehängt. Diese Konzeption erlaubt es, die hölzerne Drehmechanik zusammen mit den jüngeren gusseisernen Einbauten für einen Antrieb mit Hilfe eines Elektromotors wieder zu nutzen: Das Karussell soll sich wieder drehen können.

Zunächst aber muss das abgesunkene Dach behutsam so weit angehoben und zurückgeformt werden, bis der Innenboden wieder auf seinem ursprünglichen Niveau liegt und das Spiel zwischen dem feststehenden Innenboden und dem beweglichen Drehschirm wiederhergestellt ist. Mit dieser Rückformung wurde am 7. Februar 2011 begonnen: Nach und nach, soll das Gebälk über den zwölf äußeren Säulen so weit hoch gedrückt werden, dass es sich von den Säulen löst und diese herausgenommen werden können. Die Prozedur erstreckt sich über mehrere Tage - das Hochdrücken wird langsam fortgeführt, wobei sich die gesamte Konstruktion beim Anheben einzelner Punkte nicht nur in der Höhe verformen soll, sondern auch in der Horizontalen, so dass aus dem heutigen Oval wieder annähernd ein Kreis wird.

Bei den Arbeiten wurde eine Flaschenpost gefunden, die in einem Hohlraum in einer der inneren Säulen des Karussells versteckt war. Lesen Sie hier, was darin steht.

Die Kosten für die Zimmer- und Stahlbauarbeiten zur Instandsetzung des Dachwerks werden voraussichtlich  570.000 Euro betragen. Es ist vorgesehen, diese Arbeiten bis zum Ende dieses Jahres abzuschließen.

Bauherr ist das Land Hessen, vertreten durch das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst, Wiesbaden, sowie die Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen, Direktor Karl Weber, dessen Fachgebiet Bauangelegenheiten und Denkmalpflege Dr.-Ing. Thomas Ludwig leitet. Baufachliche Beratung und Unterstützung der Bauleitung erfolgen durch das Hessische Baumanagement, Regionalniederlassung Rhein-Main, Projektleitung: Dipl.-Ing. Gabriele Niessner.

Die Bauleitung liegt in den Händen des Architekturbüros Studio Baukultur, Darmstadt, Dipl.-Ing. Christiane Colhoun.

Die Tragwerksplanung und deren Bauleitung liegen beim Ingenieurbüro Mittnacht, Beratende Ingenieure, Würzburg, Dipl.-Ing. Bernd Mittnacht und Dipl.-Ing. Matthias Kehl (FH) SFI (DVS).

Die Zimmermanns- und Stahlbauarbeiten werden von der Firma Holzbau Lamprecht aus Treysa ausgeführt.